Im Zeitraum vom 01.09-12.09.2025 haben wir, die SchülerInnen des Jahrgangs 10.24 unser freies Praktikum absolviert.
Ich habe mein Praktikum bei der RAS GmbH in Melle absolviert.
Ursprünglich wurde die Firma „Reha Auftrag Service“ 1996 gegründet, mit der Geschäftsidee rehatechnische
Sonderanfertigungen für den Fachhandel „im Auftrag“ zu fertigen. Mit der Zeit wurden die Bereiche weiter ausgebaut,
sodass nun neben der Rehatechnik noch die Orthopädietechnik hinzukam. Auch die Mitarbeiterzahl stieg im Laufe der
Jahre von ursprünglich 6 Personen auf heute knapp 100 Mitarbeitende. Als das Unternehmen den Standort wechselte,
wurde zusätzlich das Sanitätshaus eröffnet, wodurch die Kundenbetreuung deutlich ausgebaut werden konnte. Im Jahr
2017 wurde dann der Leistungsbereich Physiotherapie ergänzt, indem mittlerweile drei Physiotherapeutinnen tätig sind.
Das besondere an meinem Praktikum war, dass ich in alle Bereiche der Firma reinschauen durfte und somit vielseitige und aufschlussreiche Erfahrungen sammeln konnte.
Die ersten Tage war ich in der Orthopädiewerkstatt, dort habe ich mir zunächst die einzelnen Arbeitsfelder angeschaut und durfte am Ende sogar eine eigene Handorthese bauen. In der Orthopädiewerkstatt werden die verschiedensten Hilfsmittel, wie zum Beispiel Korsetts, Nachtlagerungsschienen, Orthesen und sogar Prothesen gefertigt. Mich hat sehr beeindruckt, wie vielseitig die ganzen Versorgungen für die einzelnen Patienten sind und was generell alles möglich ist.
An einem anderen Tag habe ich einen Außendienstler begleitet. Die erste Station war ein Hausbesuch, bei dem wir einen
Gipsabdruck genommen haben, aus dem später ein Gips-Positiv erstellt wird, um dann die Orthese anhand dieses Modells anzufertigen. Anschließend ging es für uns weiter nach Dinklage, an eine Schule für körperlich und geistig beeinträchtigte Kinder. Dort werden die Kinder mit Hilfsmittel wie Orthesen, Einlagen, Korsetts, Stehtrainern und Rollstühlen versorgt. An der Schule haben die Kinder während ihres Schultages verschiedenste Therapie Maßnahmen, wie z.B. Logopädie, Ergotherapie und vor Allem auch Physiotherapie. Ich hatte dort die Chance in verschiedene physiotherapeutische Behandlungen mit reinzuschauen.
An einem anderen Tag durfte ich ebenfalls mit in den Außendienst. Dort lag der Fokus jedoch auf der rehatechnischen
Versorgung. Wir haben einige Rollstühle repariert, aber auch Anproben für eine Sitzschalenversorgung gemacht.
An zwei Tagen habe ich noch einen Einblick in die Rehawerkstatt bekommen. Dort werden Sitzschalen für Rollstühle
gebaut; Rollstühle und Stehtrainer, sowie bestimmte Fahrräder werden zusammen gebaut und repariert.
Natürlich habe ich auch Erfahrungen in der Physiotherapie sammeln dürfen. Die Physiotherapie bei RAS ist eng mit den
anderen Abteilungen verknüpft. Wenn ein Patient zum Beispiel eine Prothesen–, Orthesen– oder Strumpfversorgung
bekommt, dann wird in enger Zusammenarbeit gehandelt, um eine bestmögliche Versorgung für den Patienten zu erzielen.
Neben den klassischen Behandlungsräumen verfügt RAS über einen großen Übungsraum, in dem eine Übungsstrecke mit Gehbarren, sowie einer Treppe und einer Steigung integriert ist. In diesem Raum können neben der klassischen
Physiotherapie auch Ganganalysen stattfinden, bei denen die Patienten genau gefilmt und beurteilt werden können.
Das Praktikum bei RAS hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte viel lernen und über den Tellerrand hinaus schauen, durch die Einblicke in die Orthopädie- und Rehatechnik. Das Praktikum hat mir gezeigt, wie wichtig eine interdisziplinäre
Zusammenarbeit in unserem Beruf ist, um eine bestmögliche und zielführende Behandlung und Versorgung für die
Patienten zu ermöglichen.
Link: Webseite RAS
Julika, Kurs 10.24-2


